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Netzwerke helfen, die Zeit zu komprimieren

by Christine Heckart on ‎12-23-2016 02:55 PM (2,169 Views)

In seinem Buch The Seventh Sense stellt Joshua Cooper Ramo die zum Nachdenken anregende Behauptung auf, dass Netzwerke die Zeit komprimieren. Dies wird nirgendwo sichtbarer als bei Amazon. Berichten zufolge gibt Amazon pro Tag mehr als 20.000 neue Features, Ressourcen und Services für seine Kunden frei und verändert die Produktion alle 11 Sekunden. Facebook gibt täglich mehrere Releases heraus, und Google gibt alle ein oder zwei Wochen ein großes Paket an Releases heraus.

 

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Credit: Tatomm / iStock

 

Die unglaubliche Macht des Zeitvorsprungs

Diese Unternehmen haben sich einen riesigen Vorteil – einen Zeitvorsprung – verschafft, und sie nutzen diesen mit häufig verheerender Wirkung, um schneller Innovationen auf den Markt zu bringen als ihre Mitbewerber. Und da geht es nicht darum, nur ein bisschen schneller, doppelt so schnell oder zehn Mal so schnell zu sein – es geht darum, um ganze Größenordnungen schneller zu sein. Das bedeutet schneller bei den Services für Kunden, schneller bei der Generierung von Werten für Kunden, schneller bei Umsatz und Profit, und sogar schneller bei Fehlschlägen. Im Geschäftsleben ist die Kontrolle über die Zeit gleichbedeutend wie die Kontrolle des Luftraums in einem Krieg, in dem alle anderen vom Boden aus operieren. Es ist ein RIESIGER Vorteil, und er wird durch das Netzwerk bereitgestellt.

 

Google, Amazon und Facebook sind Beispiele für Netzwerk-„Besitzer“. Sie haben sich um 2008 herum von herkömmlichen IP-Netzwerken verabschiedet, New IP-Architekturen ins Zentrum ihrer Geschäftsmodelle gestellt und das Netzwerk selbst in eine Plattform für schnelle Business-Innovation verwandelt. Damit sind sie in der Lage, schnell etwas Neues zu bauen – für ihr Unternehmen und für ihre Kunden. Und im Geschäftsleben ist „Zeit“ nun mal gleichbedeutend mit „Geld“.

 

„Lego My Network“

Was ist eine New IP-Netzwerkarchitektur? Es ist das Gleiche für das Netzwerk was das „Agile Development“-Modell im Software-Bereich war. Es holt das Netzwerk aus einem langwierigen Planungs- und Entwicklungs-System heraus, das von einem hierarchischen Modell, manuellem Scripting und teurer sowie proprietärer Hardware abhängig war, und macht daraus etwas völlig anderes.

 

Netzwerke sollten wie Legosteine funktionieren. Sie sollten in der Lage sein, Standardkomponenten frei zu kombinieren und daraus alles, was Sie möchten, zu bauen – und es dann wieder auseinander zu nehmen, sobald die Zeit reif für etwas Neues ist. Hardware oder Software aller möglichen Anbieter sollten untereinander einfach „einrasten“. Und einen Anbieter aus dem System zu entfernen sollte genauso einfach sein wie einen neuen hinzuzufügen – so behalten Sie die Kontrolle über Ihr eigenes Schicksal.

 

Genau darum geht es im Prinzip bei einer New IP-Infrastruktur. Sie ist eine Software-zentrische Netzwerk-Architektur. Sie stellt den Anwender – und nicht den Anbieter – ins Zentrum des Ecosystems, auf dem sie basiert. Sie verfügt über zerlegbare Elemente, die miteinander kombiniert werden können, um so schnell neue Services zu erzeugen. Sie ist automatisiert und programmierbar. Und sie verfügt von Grund auf über umfassende Sicherheitsfeatures. In Kombination mit Automatisierung und einem DevOps-Modell für die Anwendungsentwicklung ermöglicht ein New IP-Netzwerk blitzschnelle Innovationen, Kosteneinsparungen und Wettbewerbsvorteile. Es hilft Ihrem Unternehmen dabei, von Kopf bis Fuß agil zu sein.

 

Das Netzwerk ist wichtig. Sehr wichtig.

Die Googles, Amazons und Facebooks, die in diesem Bereich eine Vorreiterrolle spielen, haben am Anfang nicht mit den New IP-Architekturen begonnen, über die sie heute verfügen. Sie haben diese Architekturen vor weniger als 10 Jahren entwickelt, weil sie erkannten, dass ihre herkömmlichen „Old IP“-Architekturen nicht mit den Anforderungen ihrer Geschäftsmodelle bezüglich schneller Innovation und Automatisierung Schritt halten würden. Tatsächlich hat Google seine Reise in einer Reihe veröffentlichter Dokumente aufgezeichnet; diese Chronik beschreibt im Detail den Austausch herkömmlicher Switches und Router durch eine IP Fabric sowie den Umstieg auf SDN (Software-Defined Networking), während gleichzeitig nahezu alle Prozesse im Netzwerk und im Unternehmen virtualisiert und automatisiert wurden. Amazon hat beim Aufbau der Amazon Web Services (AWS) sein Netzwerk ebenfalls neu konzipiert und ausgebaut. Die AWS wurden von Anfang darauf ausgelegt, die Grundlage für Amazon’s Kerngeschäft zu bilden, und sie haben sich zu einem eigenständigen, neuen Web Services Unternehmen mit einem Umsatz von vielen Milliarden US-Dollar entwickelt.

 

Warum sind Netzwerke für solche Unternehmen so wichtig? Das liegt daran, dass bei einem digitalen Geschäftsmodell das Netzwerk für schnelle Innovationen und exklusive Mehrwerte für die Kunden eine entscheidende Rolle spielt. Diese Unternehmen erzielen durch ihre Netzwerk-Infrastrukturen unübertroffene Wettbewerbsvorteile; das beginnt schon damit, dass sie ihren Anwendern und Mitarbeitern extrem schnell neue Services und Features zur Verfügung stellen können.

 

Sie ändern, fügen hinzu, löschen und kombinieren frei nach Belieben und generieren so neue Services, neue Features für Kunden und sogar spontan neue Geschäftsmodelle. Sie probieren aus, lernen, wiederholen, stimmen ab und optimieren alles immer und immer wieder, zehntausend Mal am Tag. Damit erzielen sie gewaltige Wettbewerbsvorteile – in punkto Innovationsgeschwindigkeit, Lerngeschwindigkeit und Time-to-Revenue.

 

Diese Netzwerk-„Besitzer“ haben frühzeitig erkannt, wie wichtig es ist, über ein Netzwerk zu verfügen, das eine Plattform für Innovationen ist. Ihre Ergebnisse sprechen für sich.

 

*) Diese Serie von Blogposts wurde im Original von Network World veröffentlicht.