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Die Industrie in den Klauen der digitalen Transformation: Gelingt der Befreiungsschlag mit einer Software-defined Infrastructure? – Teil 2

by rbuest on ‎04-21-2016 04:49 AM (4,243 Views)

Der erste Beitrag erläutert, weshalb Industrie 4.0 ein Umdenken auf Infrastruktur-Ebene erfordert und welche Open Source Software-Lösungen für die Flexibilisierung mithilfe von Software-defined Infrastructure am besten geeignet sind. Der zweite Teil befasst sich mit „Infrastructure as Code“ als Teil von Software-defined Infrastruktur.

 

„Infrastructure as Code“ als Teil der Software-defined Infrastructure

 

Im Rahmen ihrer digitalen Transformation gehen immer mehr Unternehmen dazu über, ihre individuelle Digital Infrastructure Platform zu entwickeln. Dabei handelt es sich um einen Stack von Software- und Service-Komponenten, die auf unterschiedlichen Ebenen für die notwendige Unterstützung sorgen. Erfahrungen zeigen dabei, dass Entwicklerkenntnisse, DevOps und Programmierkenntnisse immer wichtiger werden, um diese Software-defined Infrastructure aufzubauen. Denn in der IT werden heute und zukünftig Systeme konfiguriert, indem sie mit Programmcode oder Skripte programmiert werden - Stichwort: „Infrastructure as Code“. Selbst die Infrastrukturen der großen Public Cloud-Anbieter sind Programmierbaukästen, mit denen sich virtuelle Infrastrukturen auf den Cloud-Umgebungen entwickeln lassen, auf welchen dann die Web-Applikationen und eigene Services betrieben werden.

 

Das Thema „Infrastructure as Code“ ist unter den „coolen Jungs“ schon seit mehreren Jahren weit verbreitet und wird in den nächsten ein bis zwei Jahren endgültig auch in der Breite einen wichtigen Trend einleiten, um die Entwicklung und den Betrieb moderner, Cloud-nativer Applikationen zu unterstützen. Ein im Zusammenhang mit der Software-defined Infrastructure aufkommender Trend ist die „Autonomous Infrastructure“. Hierbei handelt es sich um Konzepte rund um den Aufbau und den Betrieb von selbstlernenden und damit einhergehend selbstheilendenden Infrastruktur-Umgebungen. Das bedeutet, dass IT-Infrastrukturen ohne manuelle bzw. menschliche Interaktionen

 

  • automatisch und eigenständig nach den jeweiligen Anforderungen (Rechenleistung, Speicherplatz, Netzwerk, Datenbanken usw.) der Workloads und Applikationen aufbauen.
  • ständig das verändernde Verhalten und den Zustand der einzelnen Infrastruktur-Komponenten analysieren und damit sich selbst verstehen lernen.
  • auf Zustände einzelner Infrastruktur-Komponenten reagieren bzw. proaktiv agieren, und im Fehlerfall eigenständig Aktionen auslösen, um die Komponente und damit die gesamte Infrastruktur wieder in einen fehlerfreien Zustand zu überführen.

 

Grundlage für den Trend der „Autonomous Infrastructure“ sind Machine Learning, Cognitive Computing sowie Predictive Maintenance-Konzepte.

 

Im Kontext der Industrie 4.0 können Unternehmen ihre Wertschöpfungskette mit solchen IT-Systemen auf Infrastruktur-Ebene entsprechend unterstützen. Diese müssen dafür sorgen, dass die Produktentwicklung, die Konfiguration der Produktionssysteme, die Produktion selbst sowie der Service der Produkte ganzheitlich unterstützt werden. Weiterhin gehört der Aufbau Software-basierter Produktionssysteme und deren intelligente vertikale Integration zu den Kerndisziplinen. Schließlich handelt es sich bei diesen Systemen um die Enabler für die produzierende Industrie, um die eigene Wertschöpfung flexibel auf die wechselnden Marktbegebenheiten anzupassen. Berücksichtigt man in diesem Kontext das Digital Engineering, müssen alle erforderlichen Fachkenntnisse berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass die Ingenieure entsprechend weitergebildet werden müssen oder geeignetes Personal zu rekrutieren ist.

 

 

Über den Autor

René Büst ist Senior Analyst und Cloud Practice Lead bei der Crisp Research AG mit dem Fokus auf Cloud Computing, IT-Infrastrukturen, IT-Plattformen, Internet of Things und IT-Strategie. Zuvor war er Principal Analyst bei New Age Disruption und Mitglied des weltweiten Gigaom Research Analyst Network. René Büst ist Top Cloud Computing Blogger in Deutschland und gehört weltweit zu den Top 50 Bloggern in diesem Bereich. Darüber hinaus zählt er zu den weltweiten Top Cloud Computing Influencers und den Top 100 Cloud Computing Experten auf Twitter und Google+. Seit Mitte der 90er Jahre Jahren konzentriert sich René Büst auf den strategischen Einsatz der Informationstechnologie in Unternehmen und setzt sich mit dem IT-Einfluss auf unsere Gesellschaft sowie disruptiven Technologien auseinander.

René Büst ist Autor zahlreicher Cloud Computing und Technologie Fachartikel. Er schreibt regelmäßig für renommierte IT-Publikationen wie Computerwoche, CIO Magazin, LANline sowie Silicon.de und wird von deutschen und internationalen Medien zitiert – darunter die New York Times, Forbes Magazin, Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftswoche, Computerwoche, CIO, Manager Magazin und Harvard Business Manager. Weiterhin ist René Büst Referent und Teilnehmer in Expertenrunden. Er ist Gründer von CloudUser.de und schreibt über Cloud Computing, IT-Infrastrukturen, Technologien, Management und Strategien. René Büst hat einen Abschluss als Dipl.-Informatiker (FH) in Technische Informatik von der Hochschule Bremen sowie einen M.Sc. in IT-Management and Information Systems von der FHDW Paderborn.