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Colocation-Provider und die Enterprise-Hybrid-Cloud-Strategie

by Joerg Bonarius on ‎05-29-2017 02:35 PM (2,554 Views)

Mit Hybrid Cloud können einige Standorte im Unternehmen konsolidiert werden. In der Strategic Roadmap for Data Center Infrastructure Survey berichtet Gartner, dass bis 2019 80% der Unternehmen eine IT-Strategie mit multiplen Infrastructure as a Service (IaaS)- und Platform as a Service (PaaS)-Providern haben werden. 2015 waren es lediglich 10%. Gleichzeitig werden bis Ende 2018 10% der Unternehmen ihre On-Premise-Rechenzentren komplett schließen.

 

Rechenzentren in Unternehmen

Endkunden erwarten heute sowohl von Unternehmen als auch von Providern Agilität für schnelle Einführung von Dienstleistungen. Zudem erwarten sie stringente Service Level Agreements (SLA) und betriebliche Effizienz. Laut einer Studie des IBM Center for Applied Insights glauben die meisten Unternehmen, dass Hybrid Cloud Unternehmen folgende Vorteile bringt:

 

  • 7 von 10 Befragten glauben, dass sie immer einen Mix aus traditionellem IT- und Cloud-Ansatz einsetzen werden.
  • 9 von 10 “Vorreitern” (die bereits eine Hybrid-Cloud-Lösung implementiert haben) sagen, dass sie einen höheren Return of Investment (ROI) mit Hybrid Cloud erreichen können im Vergleich zu einer rein traditionellen oder komplett cloudbasierten Umgebung.

Zusätzlich ist Produktivitätssteigerung eines der Hauptkriterien für Hybrid-Cloud-Lösungen. Daher wollen Unternehmen Teile ihrer IT-Ressourcen sowie der komplexen Verwaltung in die Cloud verlagern. Ein weiterer Grund für Hybrid Cloud ist, die Umsatzziele zu erreichen, wie zum Beispiel neue Märkte erschließen oder neue Initiativen, wie Internet of Things (IoT), starten. All dies wird die Bedeutung von Visibilität, Analyse und Berichterstattung über IXP/CXP-Netzwerke vorantreiben. Die Entscheidungen zur Netzwerkinfrastruktur, die IXPs/CXPs heute machen, und die daraus resultierenden Architekturen, müssen sicherstellen, dass Unternehmen den aufkommenden Kundenbedürfnissen gerecht werden.

 

Cloud-Service-Provider

Cloud-Service-Provider setzen eine Carrier-neutrale Cloud-Exchange-Interconnect-Strategie ein, damit Unternehmen sowie andere Service-Provider die Cloud durch Hochleistungsdienste von IXPs und CXPs erreichen können. Zum Beispiel kann sich einer der größten Cloud-Provider mit nahezu allen großen IXPs und CXPs weltweit unter stringenten Verrechnungsvereinbarungen verbinden. Um die Anforderungen von Cloud-Service-Providern ohne Verluste zu erfüllen, müssen IXPs/CXPs möglichst hohe Bandbreiten zu möglichst niedrigen Gesamtbetriebskosten liefern. Das bedeutet, sie müssen niedrige Preise, Visibilität und Automation gewährleisten, um Investitionen- und Betriebskosten zu reduzieren zu können. Darüber hinaus müssen diese Dienste zu jeder Zeit die SLAs einhalten.

 

Colocation Facilities

Der größte Bedarf in Unternehmen sind die Hochleistungsverbindungen zu Peers oder zur Cloud, inklusive der Fähigkeit, die Anzahl der Ports dynamisch zu ändern und Bandbreite nach Bedarf zu beziehen. Wenn die grundlegende Konnektivität und Cloud Exchange gewährleistet sind, erkennen wachsende Unternehmen bald, dass sie zusätzliche Dienste und Anwendungs-Workloads, wie z.B. Big Data Analytics, Content, Storage, Citrix, E-Mail, IP-Telefonie, Virtual Desktop, oder Disaster Recovery, und dementsprechend höhere Bandbreiten mit multiplen Verbindungen von 100 Gbps, brauchen.

 

Anwendungen, die zunehmend in die Cloud verlagert werden:

 

  • Entwicklung & Test
  • Training-Server
  • Webseiten
  • CRM
  • Project Management, Kostenabrechnung, Kostenmanagement
  • HR-Software
  • Cloudbasierter Antispam und Antivirus
  • Microsoft Office
  • Cloud Storage

IXPs/CXPs können zum Teil den Anwendungsbedarf zu sehr niedrigem Preis/Port decken. Um Kosten weiter zu reduzieren und ein hohes Nutzeraufkommen sowie diverse Anwendungen verwalten zu können, ist VLAN- und VXLAN-Virtualisierung auf granularem Level (pro Anwendungs- oder Servicetyp) essentiell. Darüber hinaus brauchen die Anwendungs-Workloads verschiedene Service-Levels. Während manche mit strikter Priorität gemanagt werden müssen, benötigen andere individuelle Markierungen und gewichtete Priorisierung. Viele Anwendungen brauchen zusätzliche Bandbreite oder andere Ressourcen. Hier ist es wichtig zu beachten, dass die Spitzenlasten bei verschiedenen Anwendungen nicht zur gleichen Zeit erfolgen. Deswegen müssen Class of Service (CoS)-Level für jeden Workload-Typ konfiguriert werden. So benötigen zum Beispiel Video-, Unified-Communications- und Back-Office-Anwendungen jeweils andere Klassifizierungen und Formate.

 

Bei vielen Mietern und Anwendungen pro Mietern sollte die Kategorisierung automatisiert werden. IXPs/CXPs müssen in der Lage sein, Dienste pro Seite und Mieter kreieren, löschen und upgraden zu können, um riesige Investitionen im Vorfeld zu vermeiden (siehe Grafik). Zum Beispiel brauchen Mieter zu Spitzenlasten doppelt so viele Server, wollen aber trotzdem die Ausgaben für Strom, Server und Speicher möglichst geringhalten.

 

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Grafik: Tatsächliche Nutzung vs. geplante Kapazität für Rechenzentren in Unternehmen (Quelle: Global Industry Analysts Inc.)

 

Die weiße Linie stellt die tatsächliche Nutzung und die Linie in orange zeigt die Fähigkeit, entsprechend zu planen, besonders, wenn Aufgaben intern verwaltet werden. Bei zu hoher Kapazität kommt es zur Ressourcenverschwendung, zu niedrige Kapazität kann wiederrum zur Kundenunzufriedenheit führen. Es ist schwierig, den Bedarf genau zu berechnen. Deswegen macht es Sinn, Dienste auf einen Anbieter auszulagern, der darauf spezialisiert ist, diese an die individuellen Geschäftsanforderungen anzupassen. Sofern möglich, sollten Unternehmen bei Routing, Latenz, Sicherheit, Load Balancing und anderen IT-Funktionen, die nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens gehören, auf einen Dienstleister ausweichen. Unternehmen adaptieren daher zunehmend Cloud und Internet Exchange, um für Hybrid Cloud und Peering gut aufgestellt zu sein. Cloud und Internet Exchange Provider müssen gut aufgestellt, zuverlässig und über jedes Netzwerk, das die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt, erreichbar sein. Das bedeutet, dass sie zu jeder Zeit Beständigkeit sowie die Fähigkeit, mit Standard-, offenen und uneingeschränkten Interconnection-Richtlinien zu koexistieren, bieten müssen. Das Ziel ist es, sich mit so vielen Unternehmen und Cloud-Service-Providern verbinden zu können wie möglich, und dabei kontinuierlich Virtualisierung, Visibilität, Analyse, Automation und Agilität, in entsprechender Qualität pro Mieter, Service oder Anwendungs-Workload-Typ zu gewährleisten.

 

Fazit

Es ist klar, dass die hybride IT-Cloud-Strategie an ihre Grenzen kommt. Gartner unterstreicht diese Strategie in der Infrastructure Agility Primer for 2017-Studie und stellt fest, dass Unternehmen (inklusive öffentliche Cloud-Dienstleister, die höhere Sicherheit und Kontrolle benötigen) private Clouds sowie die Vorteile von Hybrid Cloud für ihre eigenen geschäftskritischen Workloads nutzen.

 

Wie kann Brocade helfen?

Brocade unterstützt Cloud und Internet Exchange Provider sowie Colocation Facilities mit Lösungen für Service-Provider-Rechenzentren in folgenden Bereichen: