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SDN und SDS schaffen agilere und flexiblere Infrastrukturen

by Ulrike Rieß on ‎01-29-2016 12:07 PM (1,047 Views)

Was verspricht Software-defined Storage (SDS)? Ist Flash wirklich der Megatrend? Bringen heutige Datenfluten Speichertechnologien und damit das Netzwerk an seine Grenzen? Vier Journalisten mit langjähriger Expertise im Storage-Bereich beziehen für Brocade zu aktuellen Themen Stellung: Ulrike Rieß, Tina Billo, Engelbert Hörmannsdorfer und Karl Fröhlich.

 

Die Vision vom Software-defined Data Center (SDDC) wird langsam Realität und nimmt Gestalt an. Auf dem Weg dahin gilt es aber nicht nur Software-bestimmte Produkte in die IT-Welt zu werfen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die einzelnen Komponenten zusammen arbeiten können und für wirklichen Nutzen sorgen.

 

Die größten Vorteile einer Software-bestimmten Lösung – sei es nun eine Netzwerk- oder eine Speicherlösung – sind hohe und einfache Skalierbarkeit, bessere Ressourcenverteilung und eine agilere Reaktionsfähigkeit auf sich verändernde Parameter, beispielsweise variierende Workloads, neue Anwendungen oder sich verändernde Nutzerprofile.

 

Letztlich geht es darum, dass diese neuen Infrastrukturen dynamische Geschäftsmodelle stützen sollen, die vor allem Services schnell und unkompliziert an den Nutzer bringen wollen und das Nutzererlebnis entsprechend positiv gestalten wollen.

 

Software-defined Storage in verschiedenen Varianten

 

Im Bereich des Software-defined Storage gibt es mittlerweile zahlreiche Ansätze und Lösungen, aus denen der Anwender wählen kann. Es gibt zwei übergreifende Kategorien: Reines Software-SDS und herstellerspezifisches SDS. Beim reinen Software-SDS handelt es sich um Software-Angebote, mit denen sich Speichersysteme verschiedener Hersteller mit einer Konsole verwalten, verteilen und überwachen lassen. Dabei kann es sich um virtuellen Storage, Object Storage oder Open-Source-Angebote handeln. Produkte in dieser Kategorie sind beispielsweise DataCore SANsymphony, Nutanix, Scality oder Red Hat Ceph (Object Storage) und Nexenta (Open Source). Auch OpenStack-basierte Produkte sind mehr und mehr unter den Angeboten zu finden.

 

Herstellerspezifisches SDS dehnt den Begriff des SDS etwas aus, da es sich in der Regel um eine Bundle-Lösung aus Soft- und Hardware handelt. Da es allerdings keine einheitliche Standarddefinition von Software-defined Storage gibt, sind diese Lösungen durchaus hier anzusiedeln. Diese Angebote kommen als Appliance und lassen sich schnell und meist unkompliziert installieren. Neben der eigenen Hardware lassen sich damit aber auch Storage-Systeme von Drittanbietern einbinden und verwalten. HDS, Dell und Lenovo (mit Nutanix) und HP sowie IBM Spectrum gehören zu den Anbietern beziehungsweise Angeboten.

 

Software-defined Networking mit verschiedenen Modellen realisierbar

 

Software-defined Networking bedient sich des gleichen Konzepts der Virtualisierung, um die Control Plane von der Data Plane zu entkoppeln. Dadurch sollen flexiblere und Service-orientiertere Netzwerke leichter zu erstellen, implementieren und betreiben sein. Hierfür gibt es drei verschiedene Ansätze: das Switch-basierte Modell, ein Overlay-Modell sowie ein Hybrid-Konzept.

 

Der Switch-basierte Ansatz kann die Kosten für die physische Infrastruktur gering halten. Hierbei können Netzwerkkomponenten verschiedener Anbieter zum Einsatz kommen. Der Nachteil ist allerdings, dass vorhandene Layer-2/3-Komponenten obsolet werden. Aus diesem Grund ist dieser Ansatz eher für Rechenzentren geeignet, die neu aufgebaut werden und keine bestehende Infrastruktur integrieren müssen.

 

Ein Overlay-Modell arbeitet mit virtualisierten Systemen in einer Hypervisor-Umgebung, die die SDN-Endpunkte darstellen. Das Modell bietet sich an, wenn man schnelle Implementierungen in vorhandenen IP-Netzen umsetzen will. Allerdings erfordert das Management der physischen Infrastruktur einigen Aufwand, ebenso das Beheben von Fehlern.

 

Hybride Konzepte hingegen sollen die Verbindung zur Switch-basierten SDN-Infrastruktur ermöglichen und damit eine einfache Migration gewährleisten. Der IT-Verantwortliche muss aber auf Gateways zurückgreifen, wenn Systeme wie Bare-Metal-Server gekoppelt werden sollen, die keine Overlay-Tunnel unterstützen.

 

Im zweiten Teil des Blogbeitrages geht Ulrike Rieß auf Herausforderung industrieweiter offener Standards ein und welche Unternehmen von SDS und SDN profitieren.