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Die Olympischen Spiele – Ist Rio bereit für mobile Gewinner?

by Rein_de_Jong on ‎08-08-2016 01:33 PM (1,692 Views)

Die Olympischen Spiele stoßen auf der ganzen Welt auf enormes Interesse. Zum Beispiel gab es bei der Olympiade 2012 in London 1,1 Milliarden Seitenaufrufe von 38,7 Millionen Nutzern über mobile Geräte. Es ist zu erwarten, dass sich Menschen jederzeit und von überall über die Spiele informieren werden.

 

Aufgrund der Internationalität der Olympischen Spiele ist eine Medienübertragung über verschiedene Zeitzonen hinweg notwendig. Zudem nutzen Anwender heute vermehrt mobile Geräte: sie vernetzen sich mit Familie und Freunden, arbeiten und informieren und unterhalten sich. Das trifft vor allem auf Mobile-First-Länder wie Indien und Indonesien zu.

 

Weltweit ist der Übergang zur mobilen Technologie eine bedeutende Leistung, aber die Vernetzung ist noch nicht komplett. Für die Olympischen Spiele 2016 in Rio bedeuten die zunehmende Verwendung von mobilen Geräten und der Trend, Inhalte über mehrere Bildschirme zu verfolgen, eine enorme Zunahme an mobilem Datenverkehr: 50 % mehr als bei den Olympischen Sommerspielen in London 2012.

 

Die Herausforderung

Brasilien steht der schwierigen Aufgabe gegenüber, Netzwerke instand zu halten sowie schnelles und sicheres Streaming für Millionen von Zuschauer zu gewährleisten. Zusätzlich wird die mobile Netzwerkinfrastruktur eine wichtige Rolle dabei spielen, den Zuschauern ein unvergessliches Ereignis zu bieten. Sie werden ihre Erlebnisse während den Sommerspielen über Whatsapp, Snapchat, Twitter und Facebook mit Familie und Freunden teilen wollen. Schätzungsweise werden 7,5 Millionen Tickets verkauft werden, woraus sich ein massiver Bandbreitenbedarf in den Sportstätten ergibt. Die Stadt Rio de Janeiro wird kostenloses WLAN in jedem Stadium und mehr als 37 weiteren Sportstätten bereitstellen müssen, um reibungslose Datenübertragung und optimale Nutzererfahrung zu garantieren.

 

Die Messlatte für Brasilien liegt hoch: Zuverlässigkeit findet man selten. Laut einer Studie von OpenSignal war keiner seiner vier großen Netzwerkbetreiber (Claro, Vivo, TIM, Oi) fähig, eine 4G-Verbindung über 50 % der Zeit aufrechtzuerhalten. Im Vergleich dazu ist eine 4G-Verbindung in Südkorea zu 95 % verfügbar, zu 74 % in den Vereinigten Staaten und zu 64 % in Mexiko.

 

Hinzu kommen schlechte Zukunftsaussichten für Investitionen in Brasiliens Mobilfunkbranche, da Netzbetreiber ihre Ressourcen für die Verbreitung von 4G einsetzen.

 

Ein Vermächtnis  

Die Olympischen Spiele 2016 in Rio werden über große Entfernungen stattfinden, mit verschiedenen Sportstätten, die auf die ganze Stadt verteilt sind. Daher müssen Netzbetreiber Lösungen anwenden, die das große Datenaufkommen vieler Nutzer in Gebieten, die kurze Zeit später kaum noch besucht werden, ausgleichen können. Aber die Spiele sind dennoch eine Chance für Brasilien: Obwohl Glasfasernetze und Lösungen für Lastenoptimierung kurzfristig vermutlich nicht ausgelastet sein werden, werden die Anforderungen in den kommenden Jahren in Brasilien stark ansteigen. Wir halten veraltete Infrastrukturen oft für etwas Negatives, aber im Fall von Rio de Janeiro ist es wahrscheinlich, dass Netzbetreiber die Bevölkerung und Wirtschaft Brasiliens dadurch in Zukunft besser bedienen können.

 

Schließlich sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio ein hervorragendes Beispiel für andere Länder, die bald ebenfalls internationale Sportveranstaltungen, die große Anforderungen an Netzwerk und Infrastruktur stellen, austragen und somit vor ähnlichen Herausforderungen stehen werden. Weltweit stehen bereits zahlreiche Mobilfunknetze unter Bandbreitendruck und das Internet of Things wird bei Konsumenten und Unternehmen immer beliebter. Daher müssen lokale Regierungen sowie die Mobil- und Technologiebranche zusammenarbeiten, um unsere Kommunikationswege zukunftsfähig zu machen. Das wäre ein Gewinn für alle.