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Johannes Weingart

6 Irrtümer aus dem Bereich SDN – und ihre Entmystifizierung

by Johannes Weingart on ‎08-31-2014 08:12 PM (1,044 Views)

Bei Technologietrends lässt sich oft ein ähnliches Spiel beobachten: Noch vor dem offiziellen Produktrelease entstehen zahlreiche Mythen und Gerüchte. Während ein bisschen Geheimniskrämerei durchaus die Neugierde von Kunden befeuern kann, gibt es aber auch Falschinformationen, die sich oft noch monatelang halten. Auch bei Software-Defined Networking gibt es gleich eine Reihe von Vorurteilen, die wir an dieser Stelle ein für alle Mal ausräumen wollen:

 

  1. „SDN eignet sich nur für große Cloud-Rechenzentren.“

Zu Beginn wurde Software-Defined-Networking in der Tat vornehmlich von großen Service-Providern eingesetzt, da diese die Vorzüge der Virtualisierung besonders gut nutzen konnten. Dennoch ist es ein Irrglaube, dass kleinere Rechenzentren nicht davon profitieren können: SDN erleichtert die Konfiguration, die Steuerung und die Überwachung des Netzwerks – dies bedeutet auch weniger Aufwand für die IT-Abteilung. Vor allem bei KMU, die keine riesigen Rechenzentren besitzen, ist dies ein wichtiger Faktor!

 

  1. „SDN ist ein Jobkiller!“

Auch wenn softwaredefinierte Netzwerke im Vergleich zu klassischen Netzwerkarchitekturen einen vergleichsweise geringen Aufwand bedeuten, heißt das nicht, dass der zuständige IT-Administrator überflüssig wird. Stattdessen ermöglichen diese neuen Freiräume, sich intensiver um andere Projekte und die Zukunftsfähigkeit der übrigen IT-Architektur zu kümmern.

 

  1. „Die einzigen Vorteile sind Einsparung bei Capex/Opex.“

Auch wenn allein die Einsparungen bei Betriebsausgaben und Investitionen für die meisten Organisationen Grund zur Freude sind, liefert auch die technologische Basis von SDN eine Reihe von Argumenten für eine Implementierung. Denn das Netzwerk lässt sich besser verwalten und ist agiler wenn es darum geht, Änderungen zu implementieren oder schnell auf veränderte Rahmenbedingungen einzugehen. Bei SDN geht es also nicht nur darum, Kosten einzusparen sondern auch ein modernes, zukunftsfähiges Netzwerk zu schaffen.

 

 4.  „Es reicht vollkommen, die Server zu virtualisieren.“

 

Das Prinzip der Virtualisierung – nämlich traditionelle und hochspezialisierte Hardware durch eine flexible virtualisierte Infrastruktur zu ersetzen – ist bei SDN und Servervirtualisierung tatsächlich identisch. Aber wieso nicht doppelt profitieren? Auch im Netzwerk sind eine größere Kontrolle sowie ein besserer Überblick über die Datenpfade und damit ein einfacheres Netzwerkmanagement nur von Vorteil.

 

  1. „Für die Implementierung von SDN muss das gesamte Netzwerk ausgetauscht werden.“

Die Umstellung auf ein softwaredefiniertes Netzwerk bedeutet nicht, dass gleich die komplette Infrastruktur ausgetauscht werden muss. Vielmehr kann die Implementierung Schritt für Schritt geschehen. So sorgt beispielsweise das hybride SDN-Modell dafür, dass alle Netzwerk-Komponenten aufeinander abgestimmt werden und miteinander harmonisieren.

 

 

  1. „SDN ist Zukunftsmusik, aber noch keine ausgereifte Technologie.“

Software-Defined Networking ist mehr als nur ein Hype oder die Beta-Phase einer Technologie.

Vielmehr handelt es sich um einen etablierten Ansatz, der erfolgreich in vielen IT-Infrastrukturen zur Anwendung kommt. Vor allem für Service-Provider und Cloud-Anbieter ist die Technologie unverzichtbar geworden. Und auch Unternehmen mit einem großen Hardware-Bestand sind dazu übergegangen, ihre Netzwerke auf SDN umzustellen. Insofern hinkt höchstens die Wahrnehmung noch hinter der tatsächlichen Leistungsfähigkeit dieses Ansatzes hinterher.